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Problemlösungen finden und wahrnehmen

Problemlösungen finden und wahrnehmen

Trauer.Tiefe Trauer und Verzweiflung.Eigentlich reichen diese Worte nicht so ganz aus, aber manchmal kann man Gefühle einfach nicht ausreichend beschreiben. Dafür braucht es dann oft die Kunst, die diese Gefühle, als Musik, Malerei oder in einer anderen Form, transportiert und zum Ausdruck bringt. 

Jetzt diese Episode als Podcast anhören:

In diesem Beitrag geht es um Problemlösungen – und um das Gefühl, das einen erfasst, wenn man den Ruf des Herzens vernimmt, aber gleichzeitig erkennt, dass kein Weg zu dem Ort führt, von wo dieser Ruf erklingt. Oder wenn man vor scheinbar unlösbaren Herausforderungen steht. Statt einer Befreiung, gesellt sich dann immer häufiger das Gefühl dazu, sein Leben vergeudet zu haben – alle Gelegenheiten sind ungenutzt verstrichen und alle verfügbaren Züge sind nun abgefahren. Zu spät um Lösungen zu finden.Zu Trauer und Verzweiflung kommt nun also auch noch Selbstmitleid. Aber jetzt lässt sich daran wohl nichts mehr ändern, oder? Oder? Liegt da ein letzter Rest Hoffnung, in diesem oder? Warten wir darauf, dass uns jemand widerspricht, uns den Weg endlich zeigt und uns dabei hilft Lösungen zu suchen?

Lösungen suchen und Lösungen finden

Vielleicht kennst du dieses Gefühl, das dich nachts wach hält, dich immer wieder ins Grübeln verfallen lässt und dich zu Unzeiten aus dem Bett treibt, um unruhig irgendeiner Beschäftigung nachzugehen, nur um wieder zur Ruhe zu kommen. Ich selbst hatte schon mehrmals in meinem Leben solche Phasen. Fast immer standen Veränderungen an, deren Folgen ich nicht absehen konnte, oder ich fand mich in einer Situation wieder, in der ich nicht sein wollte, aus der ich mich aber auch nicht befreien konnte. 

Problemlösungen finden

Nach meiner Lehrzeit war so eine Phase. Ich hatte mich, durch diverse Fehlentscheidungen und Nicht-Entscheidungen, in eine berufliche Lage manövriert, die mich jeden Morgen beten ließ: “Herr, bitte lass diesen Tag möglichst schnell vorübergehen.” Ich wollte diesen Job nicht machen, dachte aber, ohne das Einkommen aus dem Job, nicht überleben zu können. Gleichzeitig wusste ich auch nicht, was ich stattdessen wollte. Außerdem hatte ich beruflich schon eine Weile herumgeeiert, was das Arbeiten anging, was meine Eltern und mein Umfeld 

zu der Überzeugung brachte, ich könnte nur in der Freizeit wirkliches Engagement zeigen. Schließlich war ich sowohl im Sport, als auch bei unserem Jugendclub sehr aktiv, habe dort ganze Events organisiert und konnte schon in jungen Jahren komplexe Projekte in leitender Funktion begleiten. Wohlgemerkt – in der Freizeit.

Bei meinem Broterwerb hatte ich hingegen ein großes Talent entwickelt, den anstehenden Aufgaben auszuweichen. Ich machte das, was unbedingt sein musste, und wenn sonstige Arbeiten anstanden trat ich einen Schritt vor und einen zur Seite – damit die Freiwilligen, auf dem Weg nach vorne, besser an mir vorbeikommen. Dadurch war mein Chef unzufrieden und erhöhte den Druck, was meinen Widerwillen gegenüber der Arbeit erhöhte und so weiter. Ich wurde immer unruhiger und verzweifelter – ich sah keine Lösung und blickte dem unvermeidlichen Finale entgegen. Der Kündigung. Als diese endlich kam, war ich erstaunlicherweise nicht nur erleichtert, sondern auch verletzt. Erleichtert, dass der Albtraum vorbei war, verletzt, weil eine Entlassung eben trotz allem auch eine Ablehnung und eine Ausgrenzung ist. Seltsam – ich weiß – aber wer sagt, dass wir Menschen logische und vernünftige Wesen sind? 

Problemlösungen existieren bereits – du kannst die Herausforderungen annehmen

Die Verzweiflung über den, in meinen Augen, miesen Job wich nun der Verzweiflung über die mangelnde Perspektive. Damals war Fachkräftemangel nämlich noch kein Thema und ein junger Kaufmann, der jetzt nicht das allerbeste Zeugnis vom letzten Arbeitgeber bekommen hatte, und auch sonst eher im Zickzack durch die nicht vorhandene Karriere getorkelt war, um den drängelten sich die potentiellen Arbeitgeber nicht gerade. Die Frage: “Wie soll es weitergehen?”, stellte sich im Wechsel mit: “Was will ich überhaupt?”, und “Was kann ich eigentlich?” Ich fand dafür keine befriedigenden Antworten. Heute weiß ich warum. Damals hatte ich das Gefühl eingemauert zu sein in einer Situation, aus der ich mich nicht selbst befreien konnte. Und der Retter von außen, auf den ich insgeheim immer gehofft hatte, kam auch nicht. Der kann nämlich erst kommen, wenn wir selbst schon dafür gesorgt haben, das er zu uns findet. Aber auch das wusste ich damals noch nicht. Die wichtigste Erkenntnis – für die ich noch einige Jahre brauchte – lautete damals wie heute:

Nur weil du eine Möglichkeit nicht siehst, heißt das noch lange nicht, dass es sie nicht gibt.

Oft sehen wir die Lösung für die Probleme anderer, sind aber blind und taub für die Wege aus den eigenen Gedankengefängnissen. Wir sehen keinen Ausweg, weil wir oft viel zu dicht vor der Tür stehen und sie dann aussieht, wie eine Wand. Heute – mit der nötigen Erfahrung vieler Fehlschläge, würde ich einen Schritt zurück treten. Ich wüsste, dass es keinen Grund gibt, in Panik zu verfallen. Ich wüsste, dass man nicht gleich stirbt, wenn man keinen Erfolg hat, oder zurückgewiesen wird. Ich wüsste, dass man nicht verhungert, nur weil das Einkommen sinkt. Damals wusste ich das wahrscheinlich auch – aber es war mir nicht bewusst. Oder besser gesagt – dieses Wissen wurde von Angst, Selbstüberschätzung, mangelnder Einsicht und Wut überschattet. Dabei existiert die Lösung für so gut wie jedes Problem bereits. Wir müssen sie nur finden – oder besser gesagt – wir müssen sie nicht nur sehen, sondern auch erkennen. Die Grundlage dafür ist, Herausforderungen anzunehmen und die Bereitschaft Problemlösungen auch wahrzunehmen.

Das scheinbare Problem ist selten das wirkliche Problem

Wenn es sich zum Beispiel um ein geschäftliches Problem handelt, aus dem sich Existenzängste ergeben, gilt der Grundsatz: “Geld ist nie ein Problem ansich.” Geld ist in nahezu unbegrenzter Menge verfügbar. Das Problem könnte aber sein, dass du zu wenig davon hast und von anderen keines bekommst. Warum sollten sie es dir auch geben? Dabei sind die Menschen jederzeit dazu bereit, anderen Geld zu geben, wenn sie dafür etwas bekommen, oder loswerden, was ihnen am Herzen oder auf dem Herzen liegt. Oder anders ausgedrückt – Menschen geben sehr gerne ihr Geld jemandem, der ihnen hilft ihre Probleme zu lösen, oder ihre Wünsche zu erfüllen. Wenn du also willst, dass andere Menschen dir Geld geben, dann überlege dir, wie du ihnen helfen kannst. Das würde jetzt einen eigenen Beitrag füllen, den ich sicher irgendwann noch erstellen werde – für den Moment soll diese Information reichen, um dich auf den Weg Richtung Lösung deiner Probleme zu bringen. Irgendjemand hat in irgendeinem anderen Bereich vielleicht längst einen Prozess oder eine Methode entwickelt, die du jetzt in deinem Umfeld einsetzen kannst. Oder du kannst möglicherweise neue mit bewährten Vorgehensweisen kombinieren. Vielleicht gibt es auch Wege, die deinem Naturell entsprechen, die du aber bisher nicht genutzt hast, weil sie in deiner Branche nicht üblich sind. Dasselbe gilt im privaten Bereich, wenn du in der Beziehung Probleme hast, gesundheitlichen Herausforderungen gegenüber stehst, oder du keinen Sinn in deinem Leben siehst. Die Lösung existiert bereits – nutze alle deine Sinne, um sie zu entdecken. 

Eine Problemlösung führt nicht immer auch zum Happy-End

Ein Hinweis sei mir noch gestattet – die Lösung für ein Problem zu finden, ist nicht immer gleichbedeutend mit einem Happy-End im klassischen Sinne. Es kann auch bedeuten, dass man sich manchmal mit dem Unvermeidlichen arrangieren muss, oder Liebgewonnenes aufgeben muss. Zum Empfangen gehört auch das Loslassen. Wer die Hände voll hat, kann keine weiteren Geschenke aufnehmen. Wer den Kopf voll hat, und schon alles weiß, hat keinen Platz für neue Ideen und Lösungen. Mach dich also empfangsbereit, indem du mit einem offenen Geist und aufnahmefähigen Sinnen in die Welt blickst. Mach dir klar, für was genau du eine Lösung suchst, damit du sie auch erkennen kannst. Dann schaue aufmerksam, was um dich herum vor sich geht. Dein Geist wird die losen Enden mit der Zeit zusammenführen. Mal früher mal später. Vertraue dem Prozess, dann bringst du auch die nötige Geduld dafür auf. Wie bei allem, was wir neu lernen, braucht es dafür Training. Dann wird es bei jeder Herausforderung leichter werden. So lässt sich auch der Ruf des Herzens wieder besser vernehmen und mit der Zeit wird sich eine Lösung zeigen, wie du diesem Ruf auch folgen kannst. Wie das genau aussieht, was du dafür tun und eventuell auch aufgeben musst, ist individuell verschieden. Der Weg dorthin führt über die Gewissheit, dass diese Lösung bereits existiert. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei und einen immer wieder neuen Blick auf die Welt. Alles Gute undbis balddeinGerd Ziegler

About the Author Gerd Ziegler

Gerd Ziegler hat Betriebswirtschaft studiert und seinen Master in Business-Administration (MBA) an der Business-School der University of East-London abgelegt. Er ist seit 1999 selbständig und unterstützt Unternehmer und solche die es werden wollen dabei, ihr Leben und ihr Business mit Freude und größtmöglicher Freiheit zu gestalten. Hier gibt es Infos zu den bisher erschienenen Büchern: Bücher von Gerd Ziegler

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